VOM LÜGEN

 

„Natürlich – wir alle lügen, belügen. Uns selbst, andere, manchmal in Belanglosigkeiten – geradezu gedankenverloren, dann aber auch so heftig, dass die Lüge zur Bedrohung, zum Tsunami für uns, für andere, für alle wird.

Kleinkinder lügen nicht. Sie können es einfach nicht. Aber sie lernen rasch und erkennen schnell, dass man sich persönliche Vorteile zu verschaffen vermag, wenn man, noch nicht heftig und bösartig, aber doch ein klein wenig flunkert, etwas verheimlicht, Tatsachen so umbiegt, dass sie einem selbst mehr nutzen als schaden. Und sie lernen, dass man nicht immer und jedem alles erzählen muss. Geheimnisse sind etwas Schönes. Und sie verleiten zur Lüge.

 

„Komm, sag schon, was schenkst du mir zu Weihnachten“ schnurrt sie verliebt und der Kater lügt: „Nichts, ehrlich, ich habe nichts für dich.“ Eine verzuckerte Lüge, eine geheimnisvolle Lüge, so transparent wie ein klarer Maihimmel. Natürlich hat er etwas, sie weiß es, er weiß es. Und natürlich hat er gelogen, der süße Schatz.

 

„Wie geht es Ihnen“, fragt der Bekannte. „Sehr gut, danke. Und selbst?“ Natürlich geht es ihn nichts an, dass es mir richtig schlecht geht, mein Schädel brummt, seit Tagen habe ich diesen blöden Durchfall und die Arbeit ist auch mehr Frust als Lust. Dabei ist mir klar, dass er nicht wirklich wissen will, was ihn ja auch nicht wirklich etwas angeht. Also lüge ich, so wie er auch lügen wird. Eine seelenlose Lüge, dahin gesagt wie so vieles. Belanglos. Und: Wir wissen es beide. Floskeln der Höflichkeiten sind wie Luftkissen: Jeder weiß, dass in Wirklichkeit nichts drin ist als Luft und trotzdem helfen sie, die harten Stöße des Lebens zu dämpfen. Warum soll ich ihn auch belasten, mit meinem Schädel, Darm, der Arbeit? Vielleicht hat er ja was am Rücken, oder Hämorriden oder ist auf Suche nach einem Geldgeber. Besser, ich weiß nichts davon. Nicht das ich noch lügen müsste.

 

„Liebst du mich?“ Was für eine Frage: Natüüürlich! Eine faustdicke, eine traurige Lüge. Längst ist vergessen, was Liebe – Verliebtsein noch dazu – macht mit einem. Nichts ist mehr da vom Feuer der Begierde, von der unbarmherzigen Angst vor Verlust, selbst die Glut – wenn es überhaupt noch einen Rest davon gibt – ist Asche geworden. Man lebt mehr nebeneinander, denn miteinander. Das Schicksal hat Bänder gebunden und die halten zusammen, was einst mit den starken Kräften der Liebe gehalten wurde. So geht der Takt des Lebens. Gefühle kommen, wachsen, manche bleiben auch: Zuneigung, Vertrauen, Geborgenheit, das Einfach-nur-füreinander-Dasein, die Gewissheit: Du bist nicht allein. Wenn das die Liebe des Alters ist, dann war es doch keine Lüge. So oder so. Gefühle machen wahre Meisterlügner.

 

So wie wir andere belügen, belügen wir allzu oft auch uns selbst. Selbsttäuschung nennt der Psychologe diese Lügen, und tatsächlich finden sie auch auf ganz anderen Ebenen statt: Nicht einmal dem Lügner wird klar, dass er lügt. Täter und Opfer sind ein und dieselbe Person. Das kann in wunderbare Zauberwelten führen, die mit der harten Realität nichts mehr zu tun haben und letztlich ins Chaos führen, kann aber auch geradewegs eine Höllenfahrt werden. Die Lüge führt zur Selbstzerstörung.   

 

Schlimm wird es, wenn Lügen gebraucht werden, um Ziele zu erreichen, die anderen Menschen Schaden zufügen oder ganze Landstriche verheeren. Gibt es nicht?

Unsere Welt ist voll davon, sie war es immer und sie wird es immer sein. Alle lügen, alle betrügen, alle sind, wie das kleine Kind, auf den persönlichen Vorteil bedacht. Sicher, manchmal rutscht auch eine temporäre Wahrheit mit durch. Aber das ist aus Versehen passiert, da können Sie ganz sicher sein.

Manche dieser Lügen entsteht aus der Unwissenheit des Senders. Mangelndes Fachwissen, mangelndes Verständnis für die Sache gepaart mit dem starken Willen der Selbstdarstellung und –behauptung lassen viele Möchtegernpropheten entstehen. Die Lügen wie gedruckt, sind persönlich aber ganz sicher der festen Überzeugung, die Wahrheit zu sagen. Sie sind dumm und sollten einem wirklich Leid tun.

Schlimmer sind die, die die Wahrheit kennen, sie aber verleugnen. Brecht nannte sie dereinst Verbrecher.

Die Welt ist voller Verbrecher. Zeitungen und Fernsehprogramme sind gut gefüllt mit den Berichten dieser Lügner, die sich allzu oft Experten nennen. Sie kommen indes im glänzenden Gewand daher, sprechen mit wohlgesetzten Worten, sind rhetorisch brillant und oft so mächtig, dass sie eine Lüge per Dekret (oder pseudowissenschaftlichem Bericht) zur Wahrheit erheben können. Diese Lügen sind barbarisch. In der Vergangenheit wurden in ihrem Namen ganze Völker an den Rand der Vernichtung gebracht. Und sie tun es noch.“

 

(Komprimierter Auszug aus meinem Essay: Lügen wachsen neue Lügen)

 

In loser Folge werden wir auf dieser Seite kontroverse Themen unserer Zeit kontrovers darstellen und versuchen, den großen Lügnern die Maske vom Gesicht zu reißen. Themen werden sein:

 

-          Ozonloch und die FCKW. 1000 Milliarden US $ verdient – Gefahr gebannt?

-          Waldsterben – ein Phänomen der späten siebziger Jahre. Nie gab es in Deutschland so viel Wald wie heute, nie war er so gesund und doch: Die Angstposaunisten blasen schon wieder zum Waldsterbensoratorium

-          Solaranlagen aufs Dach – koste es, was es wolle; Windspargelräder auf die Erde – Landschaftsschutz war gestern

-          Brot für die Welt? Ach wo! Brot in den Tank. Biodiesel, Bioethanol und noch weitere Ungeheuerlichkeiten.

-          Klimawandel und die Angstposaunisten: Sie wissen, was niemand wissen kann. Der Wandel wird katastrophale Folgen haben. Für alle. Ausnahmslos.

-          Moloch Mensch: Er atmet zu viel, killt das Klima mit seinem CO2 – Die Lügenbarone vom IPCC und ihre Handlanger

-          Vogelgrippe, Schweinegrippe, Dioxin, Katastrophen über Katastrophen: Höret! Die Posaunen erklingen und sie prophezeien euch den Untergang! Nutzt eure letzten Tage zur Buße! Gebt her in die Staatssäckel, was ihr zu geben vermögt.

-          Verseuchte Luft, verschmutztes Wasser, Gift im Boden, die Lebensmittel ein Schatten ihrer selbst. Wie selig müssen unsere Vorfahren gewesen sein, die in Erdhöhlen in einem gesunden Wald hausten, sich optimal vegetarisch ernährten (ok. hin und wieder mal ein Stück Wildbret), reine Luft atmeten, klares Quellwasser tranken – und maximal 35 Jahre alt wurden. Paradiesisch.